8 Tipps zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sichert Ihren Lebensstandard für den Fall, dass Sie Ihren Beruf über einen längeren Zeitraum aufgrund von Krankheit oder Unfall nicht mehr oder teilweise nicht mehr ausüben können. Sie wird schon lange von so gut wie jedem Experten empfohlen. Denn die staatliche Absicherung ist unzureichend. Eine Berufsunfähigkeitsrente vom Staat gibt es nicht mehr. Die staatliche Erwerbsminderungsrente (EM-Rente) leistet, wie der Name schon sagt, nicht bei Berufs- sondern erst bei Erwerbsminderung. Wer noch länger als 6 Stunden in irgendeinem Beruf arbeitet kann, erhält keine Erwerbsminderungsrente. Wer zwischen 3 und 6 Stunden täglich arbeiten kann, eine teilweise EM-Rente und wer nur noch weniger als 3 Stunden arbeiten kann, die volle EM-Rente. Von der Höhe reicht diese aber in aller Regel nicht aus, den Lebensstandard zu halten.

Inhalt

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung ist ein vergleichsweise komplexes Produkt. Hier nun unsere acht Tipps zur Berufsunfähigkeitsversicherung.

1. Frühzeitig abschließen

„So früh wie möglich abschliessen“. Das mag auf den ersten Blick wie ein platter Werbespruch klingen. Doch wer einmal als Versicherungsmakler mit Spezialisierung u.a. auf die Berufsunfähigkeitsversicherung tätig war, findet jeden Tag auf‘s Neue Belege dafür, dass fast nichts wichtiger ist als dieser Tipp. Der Grund: Die Gesundheitsprüfung. Wer jung ist, hat in aller Regel noch kaum Vorerkrankungen. Ein Großteil unserer Kunden aber, die mit 20, 25, 30 oder älter in unsere Beratung kommen hat bereits diverse Vorerkrankungen. Oft ist ein Abschluss deshalb nicht mehr möglich. Denn es ist in der BU-Versicherung nicht der Kunde, der sich das Unternehmen aussucht, nein es ist tatsächlich umgekehrt. Auch wenn es nicht immer gleich eine Ablehnung ist: In vielen Fällen geht es nur mit einem Beitragszuschlag, mit einer Ausschlussklausel oder sogar nur mit beidem. Zweiter Grund: Wer früh abschließt hat einen niedrigeren Beitrag, denn das Eintrittsalter spielt eine wesentliche Rolle bei der Berechnung des Beitrages.

2. Berufsunfähigkeitsrente in ausreichender Höhe absichern

BU-Renten von 500, 600 oder 700 EUR im Monat sind keine Seltenheit. Aber sie helfen nicht. Kein Mensch kann davon leben. Und vor allem sind das BU-Renten, die unterhalb des Sozialhilfeniveaus liegen. Im Leistungsfall wird Sozialhilfe / Arbeitslosengeld und BU-Rente verrechnet.

Daher: versichern Sie keine BU-Rente unterhalb des Sozialhilfeniveaus. Wer noch Studenten oder Schüler ist, kann natürlich mit einer relativ niedrigen Rente einsteigen. Wichtig sind dann gute Nachversicherungsgarantien, also eine Regelung in den Bedingungen, dass die BU-Rente später ohne erneute Prüfung des Gesundheitszustandes, bei manchen Tarifen sogar auch ohne erneute Prüfung von Berufs- und Freizeitrisiken und ohne erneute Prüfung der Berufsgruppe, erhöht werden kann.


BEGRIFFE, DIE SIE KENNEN SOLLTEN



3. Absicherung während der Vertragslaufzeit auf gleichem Niveau halten

Die Kaufkraft des Geldes sinkt, Stichwort Inflation. Deshalb sind 2.000 EUR Berufsunfähigkeitsrente in 10, 15 oder gar 20 Jahren viel weniger wert. Eine Dynamik im Vertrag hilft, diesem Problem zu begegnen. Die Beiträge steigen dann von Jahr zu Jahr, auch die versicherte BU-Rente steigt. Wer die Dynamik einmal nicht braucht, kann sie aussetzen. Es ist also immer gut eine Dynamik zu vereinbaren, denn sie ist nur eine Option, der bei jeder anstehenden Erhöhung widersprochen werden kann. Achtung: Bei einigen Gesellschaften erlischt das Dynamikrecht, wenn man zu oft hintereinander die Dynamik aussetzt. Hier also auf die genauen Dynamikbedingungen achten!

4. Laufzeit richtig vereinbaren

Die Laufzeit in der Berufsunfähigkeitsversicherung bestimmt, wie lange Versicherungsschutz besteht. Über den Berg ist man erst dann, wenn man aufhört zu arbeiten, denn dann beginnt die Altersrente.

Die Regelaltersgrenze ist mittlerweile das 67. Lebensjahr.

 

Sinnvollerweise sollte der BU-Vertrag bis dann bestehen. Nur wer umfangreiche Rücklagen hat oder schon jetzt weiß, dass er früher in Rente gehen kann, kann unter Umständen ein früheres Ablaufalter vereinbaren. Das sind aber eher seltene Fälle.


Haben Sie Fragen zu der Berufsunfähigkeitsversicherung?



5. Gesundheitsfragen ehrlich, vollständig, wahrheitsgemäß und mit größter Sorgfalt beantworten

Tipp Nr. 5 zur Berufsunfähigkeitsversicherung ist mit Abstand der wichtigste Punkt. Wer bei den Gesundheitsfragen lügt oder nicht sorgfältig vorgeht, wird kurzfristig besser dastehen als derjenigen der akribisch alle Fragen zur Gesundheit beantwortet. Letzter wird vielleicht abgelehnt, bekommt einen Zuschlag oder einen oder gar mehrere Leistungsausschlüsse. Doch wer nicht die Wahrheit sagt oder unsorgfältig bei den Gesundheitsfragen vorgeht, der bekommt die Quittung mit großer Wahrscheinlichkeit im Leistungsfall. Denn er geht unter Umständen im BU-Fall völlig leer aus. Der Versicherer prüft bei Beantragung der BU-Versicherung allenfalls oberflächlich, ob die Angaben des Kunden stimmen. Im BU-Leistungsfall hingegen wird der Versicherer alle Register ziehen, um mögliche Falschangaben im BU-Antrag herauszufinden. Oft zahlen Versicherer die BU-Rente völlig zu recht nicht, weil der Versicherte falsche oder unvollständige Angaben im Antrag gemacht hat. Das sollte Ihnen nicht passierten. Arbeiten Sie Ihre Gesundheitshistorie mit Hilfe eines Beraters sorgfältig auf. Lassen Sie den Berater eine Risikovoranfrage bei mehreren Gesellschaften stellen, um heraus zu finden ob Sie versicherbar sind. Aber lassen Sie es sein, Umstände nach denen der Versicherer im Antrag fragt, nicht oder unvollständig anzugeben.

 

Besser keine Berufsunfähigkeitsversicherung, als eine die im Leistungsfall nicht zahlt!

6. Wählen Sie einen Vertrag mit guten Nachversicherungsgarantien

Diese Regelung gibt es mittlerweile in jedem BU-Vertrag: Ohne erneute Prüfung von Vorerkrankungen oder sogar ohne erneute Risikoprüfung kann die BU-Rente erhöht werden. Das ist wichtig, weil sich das Einkommen und damit der Lebensstandard ändern kann. Auf diese Veränderungen sollte Sie reagieren können. Aber die Tarife unterscheiden sich teilweise erheblich in den Bedingungen: Wann kann erhöht werden, um welche BU-Rente kann erhöht werden, gibt es nur einen Verzicht auf eine Gesundheitsprüfung oder auch einen Verzicht Beruf- und Freizeitrisiken erneut zu prüfen. Was also wenn Sie inzwischen eine Risikosport ausüben? Müssen Sie das im Erhöhungsantrag angeben? Bei manchen Gesellschaften ja, bei anderen nein. Hier also auch die genauen Bedingungen prüfen.

Die Versicherungsbedingungen der Berufsunfähigkeitsversicherung mögen nicht immer leicht verständlich sein. Doch der Aufwand lohnt sich. Prüfen Sie die Bedingungen, wie z.B. die Regelungen zur Nachversicherung. Kaufen Sie nicht die Katze im Sack.
Die Versicherungsbedingungen der Berufsunfähigkeitsversicherung mögen nicht immer leicht verständlich sein. Doch der Aufwand lohnt sich. Prüfen Sie die Bedingungen, wie z.B. die Regelungen zur Nachversicherung. Kaufen Sie nicht die Katze im Sack.

7. Prüfen Sie auch Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Handwerkliche Berufe z.B. können oft nur gegen einen sehr hohen Beitrag in der Berufsunfähigkeitsversicherung abgesichert werden. Personen mit Vorerkrankungen können manchmal nur mit ungünstigen Leistungsausschlüssen oder erheblichen Zuschlägen versichert werden. Klar, die erste Wahl, wenn es um die Einkommensabsicherung geht, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung. Aber was nicht geht, das geht nicht. In einigen Fällen können also auch andere Produkte eine sinnvolle Absicherung sein. Es gibt die Schwere-Krankheiten-Vorsorge, es gibt die Grundfähigkeitenversicherung, die Multi-Renten und auch die Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Diese können vom Beitrag her deutlich günstiger sein. Und auch die Gesundheitsprüfung ist jedenfalls bei einigen dieser Produkte weniger streng.

8. Prüfen Sie Sonderaktionen

Sonderaktionen sind meist zeitlich begrenzte Angebote der Gesellschaften mit vereinfachten Gesundheitsfragen und manchmal auch ohne Fragen zu Freizeitrisiken. Die Höhe der BU-Rente ist eingeschränkt. Es gibt oft auch Einschränkungen bei den Nachversicherungsgarantien und bei der Dynamik. Einige dieser Angebote sind nur für bestimmte Berufe oder bei bestimmten Ereignissen möglich. Für einige, die sonst keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen können, können diese Sonderaktionen eine Lösung sein. Doch immer nur als Plan B. Nämlich dann, wenn eine Absicherung mit normalen Gesundheitsfragen gar nicht möglich ist. Mehr zu den Aktionen unter dem Schlagwort „Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen?“.

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