Fehler in der Sonderwagnisdatei HIS - Einmal ist immer das erste mal

HIS Datenschutz Fehler
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Das Hinweis- und Informationssystem der Deutschen Versicherungswirtschaft, vormals Sonderwagnisdatei, ist ein System der deutschen Versicherungswirtschaft zur Verhinderung von Versicherungsbetrug. Dass die dort eingepflegten Daten nicht immer rechtmässig gespeichert sind, konnte der Kollege Matthias Helberg bereits 2014 belegen. Es waren Fälle bekannt geworden, in denen die HIS Daten von Versicherungsnehmern länger als erlaubt gespeichert hatte.

 

 

 

 

 

Das nahmen wir besorgt zur Kenntnis und raten unseren Kunden seit dem noch eindringlicher im Vorwege Risikovoranfragen zu stellen, hierzu die Gesundheitshistorie genauestens aufzuarbeiten und keinesfalls direkt einen Antragzu stellen.

 

Direkt betroffen von einer rechtwidrigen Datenspeicherung durch die HIS war aber bislang keiner unserer Kunden.

 

Nun aber haben wir wohl auch einen solchen Fall, der auch noch nicht ganz aufgeklaert ist und viele Fragenzeichen offen laesst. Einer unserer Kunden stellte einen Aktionsantrag mit vereinfachten Gesundheitsfragen  In diesem wurde auch nach bereits abgelehnten oder mit Erschwernis zustande gekommenen Vertraegen gefragt. Der Kunde verneinte diese Frage und war sich dabei auch ganz sicher, dass er noch keinen BU-Antrag zuvor gestellt hatte.

 

Dann kam die Überraschung in Form eines Schreibens vom Versichererer als Reaktion auf den Antrag des Kunden (hier auszugsweise wiedergegeben):

 

Vielen Dank für Ihren eingereichten Antrag.


Für die weitere Bearbeitung benötigen wir Ihre Unterstützung:

 

Uns liegt eine Sonderwagnismeldung aus 12/2013 vor. Bitte lassen Sie dazu den Fragebogen Vorversicherung
2240002 vom Kunden ausfüllen und unterschreiben. Sollte der Vorvertrag nicht zu normalen Bedingungen angenommen worden sein, reichen Sie bitte eine unterschriebene Schweigepflichtentbindung für einen Arztbericht beim behandelnden Arzt ein.

 

Nun konnte sich der Kunde diesen Eintrag in der HIS ueberhaupt nicht erklaeren, da er, wie gesagt, sich sicher war, zuvor keinen Antrag gestellt zu haben.

 

Um die Sache aufzuklären holte der Kunde bei der HIS eine Selbstauskunft ein. Nach dem Bundesdatenschutzgesetz ist eine Auskunft pro Jahr kostenlos. Das Ergebnis dieser Anfrage ist nun noch merkwuerdiger.

 

Die HIS teilte mit:

 

"Zu Ihrer Person hat unser Unternehmen zum heutigen Zeitpunkt keine Daten im HIS gespeichert"

 

und

 

"Innerhalb der letzten zwölf Monate hat kein Versicherungsunternehmen zu Ihrer Person angefragt."

 

Zunaechst haben wir an eine Namensverwechselung geglaubt. Doch der Versicherer bestaetigte uns, dass man nochmals eine HIS-Anfrage gestellt habe und wieder den Eintrag aus Dezember 2013 gefunden habe.

 

Wir sind nun etwas ratlos, bleiben aber dran an der Sache. Gluecklicherweise hat die Versicherungsgesellschaft schon erklaert, dass man den BU-Antrag des Kunden wohl trotzdem annehmen wird (wegen der negativen Selbstauskunft).

 

Wie aber diese widerspruechlichen Informationen aus der HIS zustande kommen konnten, ist unklar. Klar ist aber, nach dem von Matthias Helberg aufgedeckten Datenskandal bei der HIS und auch nach dieser Erfahrung gibt es gute Gruende an dem System der HIS zu zweifeln. Viele Versicherer arbeiten deshalb ja auch schon nicht mehr mit der HIS, auch weil die dort enthaltenen Informationen oft keinen grossen Nutzen fuer den abfragenden Versicherer haben.

 

Borchardt Versicherungsmakler

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